Erläuterung verwendeter Begriffe

Bewusstsein
Bewusstsein wird im Veda als die Allem zugrunde liegende “Substanz” betrachtet, als ein Feld von Intelligenz, das sich - wie die Radiowellen im elektromagnetischen Feld - nach allen Seiten ausbreitet. Andere Aspekte siehe unter Veda, Naturgesetze und Feinstofflichkeit.
Für uns konkreter wird Bewusstsein, wenn man es von der Seite der Bewusstseinszustände aus betrachtet. Ein Meditierender mit der Fähigkeit der Transzendenzerfahrung entwickelt neben den uns bekannten drei Bewusstseinszuständen Schlafen, Träumen und Wachen den ersten höheren Bewusstseinszustand, das Transzendentale Bewusstsein. Während der Meditation taucht er in ihn ein und bringt die dort erfahrene Ruhe, Ordnung und Gründung mit in die Aktivität. Die guten Wirkungen im Bereich der geistig-seelischen Entwicklung und der Gesundheit sind an anderer Stelle dargelegt. - Weiterführende Techniken (oder auch viele Jahre der Meditation) können weitere höhere Bewusstseinszustände entwickeln. Zunächst das Kosmische Bewusstsein (den 5. Bewusstseinszustand). Man erfährt es, wenn man während des Schlafes, Träumens oder Wachens gleichzeitig stabil in der Transzendenz gegründet bleibt, also z.B. keinen Stress mehr aufbaut. – Im 6. Bewusstseinszustand (Gottesbewusstsein) entwickelt man die Fähigkeit, das Wirken der Naturgesetze zu erkennen. Man erfährt die Großartigkeit von Gottes Schöpfung, nimmt wahr, dass alles darin mit Bewusstsein belebt ist und strahlt, und strahlt, und strahlt.... Man kann auch auf dieser Ebene kommunizieren.

Und im 7. Bewusstseinszustand, dem Einheitsbewusstsein, erkennt man die Einheit von “Allem, was ist”, erfährt sich selber in Einheit mit Allem verbunden, man “ist Eins” mit Allem. Diese Erfahrung ist mehr als intellektuelles Verstehen.Wenn es das Ziel menschlicher Spiritualität ist, sich zu Gott hin zu entwickeln, hat man es im Einheitsbewusstsein erreicht. Der von Gott erschaffene individuelle Seelen-Same ist zu Ihm zurück gekehrt! Actio = Reactio (ein Naturgesetz)! – Jeder, der sich auf den Weg begibt, hat bewusst oder unbewusst dieses höchste Ziel.

“Der Geist will aufwärts, wo er ewig bleibt.”
Goethe

Erleuchtung
Was ist ein Erleuchteter? Er hat ein derart hoch entwickeltes Bewusstsein, dass er jenseits der 5 Sinne in den transzendenten Bereich, also den Bereich der Naturgesetze, in den Bereich jenseits von Zeit und Raum “schauen” kann. Er hat “Sidhis”, d.h. höhere Fähigkeiten entwickelt, wie z.B. Vergangenheit und Zukunft zu sehen, andere Orte zu schauen oder sich dorthin zu versetzen, unsichtbar zu werden, die Schwerkraft zu überwinden, also zu levitieren usw.

Damit erkennt er auch tiefere Lebenszusammenhänge und gilt als weise. Vermutlich gibt es verschiedene Stufen der Erleuchtung. - Ein Meister oder Guru lebt in Erleuchtung und hat zusätzlich die Gabe, andere den Weg zur Erleuchtung zu lehren und Ihnen dafür eine Technik zu geben. Ein Guru hat immer einen Guru gehabt und die Technik stammt aus der Tradition der Meister, die Zehntausende von Jahren alt sein kann und deshalb hoch in Ehren gehalten wird.

“Die Wahrheit sei uns lieb, wo wir sie finden.”
Goethe

Feistofflichkeit
Sie ist real und wissenschaftlich nachgewiesen. Literatur: Dr. Klaus Volkamer “Feinstoffliche Erweiterung der Naturwissenschaften”
Feinstofflichkeit ist physikalisch messbar, da sie Gewichtsanomalien im Mikrogramm-Bereich verursacht, wenn sich feinstoffliche Materie an die uns bekannte Materie anlagert. Feinstoffliche Materie lagert sich insbesondere an Grenzschichten an. Da alles Leben aus Zellen und damit aus vielen Grenzschichten besteht, unterliegt Leben in besonders hohem Maße feinstofflichen Einflüssen.
Es gibt zwei Arten feinstofflicher Materie: ordnungschaffende (Prinzip der Selbstorganisation und Evolution) und unordnungschaffende (Prinzip der Entropie, des Zerfalls). Beide Arten tragen damit Informationen, enthalten Naturgesetze, haben also “Intelligenz”, die sie bei der Anlagerung an die uns bekannte Materie und / oder durch ihre speziellen Schwingungen auf diese übertragen. Beide Arten sind lebenswichtig, denn z.B. wäre Verdauung nicht möglich, wenn es nicht die unordnungschaffenden, die Nahrung zersetzenden, Naturgesetze gäbe.

Der andere Nachweis der Feinstofflichkeit kommt von den Kosmologen, die schon seit vielen Jahren wissen, dass ihnen bei der Bestimmung der Masse des Weltalls der größte Teil unbekannt ist, weil sie sie mit den zur Verfügung stehenden physikalischen Messmethoden nicht erfassen können. Theoretisch hat man nun herausgefunden, dass 73% der Masse aus “dunkler Energie” und 23% aus “dunkler Materie” besteht. D.h., dass nur 4% der Masse des Weltalls aus der uns bekannten Masse und Energie beschaffen ist.

“Aus der Natur, nach welcher Seite man schaue, entspringt Unendliches.”
Goethe

Die “dunkle Energie” (der größte Anteil) entspricht der ordnungschaffenden Feinstofflichkeit, die “dunkle Materie” der unordnungschaffenden feinstofflichen Materie. Es ist nur logisch, dass die 96% des “alles Existierenden” einen enormen Einfluss auf alles Geschehen und damit auf uns haben müssen!
Der Veda kennt den Begriff “Soma” und bezeichnet es als eine Substanz, die als Intelligenz alles durchdringt und ausfüllt. Soma ist die unmanifeste Grundlage der Raum-Zeit-Geometrie. Da laut dem Veda Bewusstsein und Naturgesetze am Ursprung identisch sind, beeinflussen sie sich auch gegenseitig. Mit dem Bewusstsein kann man also in den Bereich der Naturgesetze eindringen und dort auf der feinstofflichen Ebene mit ihnen arbeiten (es gibt aber auch Naturgesetze, die regeln, ob es erlaubt ist, dass man sie anwendet!). Man arbeitet mit ihnen, indem man das Bewusstsein auf sie richtet, sie mit dem Bewusstsein belebt.
Es ist anzunehmen, dass man mit einer transzendierenden, d.h. “überschreitenden” Meditation automatisch in den Bereich der ordnungschaffenden Naturgesetze (den größten Anteil des “Alles Existierenden”!) kommt, denn aus der Meditationsforschung ist bekannt, dass eine solche Meditation spontan Ordnung in unser System aus Körper/ Geist/ Seele bringt: psychosomatische Beschwerden verringern sich dramatisch.
Für religiöse Menschen haben diese Erkenntnisse natürlich eng mit Gott und seiner unendlichen Weisheit und Allmacht zu tun.

Meditation
Dieser Begriff enthält laut meinem Lexikon die Elemente “sich vertiefen”, “philosophische Betrachtungen”, “aufsteigen zu höheren Bewusstseinsstufen”, “Versuch, über Gottes Wesen Klarheit zu erlangen”. Eine esoterische Angelegenheit, mögen manche denken - und sie haben in des Wortes wahrer Bedeutung recht: Esoterik heißt “innerer Kreis”, d.h. ein Bereich, den man sich nur erschließt, wenn man in ihn hineintritt. Hier bedeutet das: eine echte Meditation, die zum Transzendieren führt, kann man intellektuell nicht wirklich beschreiben, man muss sie ausüben und ihre Wirkung erfahren.

Die spirituelle Seite der Meditation wird in dem og. Element “Versuch, über Gottes Wesen Klarkeit zu erlangen” angedeutet. In einer Tiefenmeditation nähern wir uns dem inneren Kern unserer Existenz, der identisch ist mit dem Kern von “Allem was ist” - Gott oder dem Allem zugrunde liegenden Naturgesetz.

“Das Gültige ist leise, das Laute: Tand und Rausch. Flüstern ist Gottes Weise, drum Seele: schweig und lausch!”
Therese v. Avila

Meditation ist kein Selbstzweck, ihre Wirkungen sind das Bedeutende daran: die eigene Entwicklung zu einer gesunderen, ganzheitlichen, gefestigten Persönlichkeit, die ihre gewonnenen Qualitäten in die engere Umgebung und die ganze Gesellschaft ausstrahlt.
“Wirklichkeit” enthält den Begriff “wirken”. Die Wirkung der Meditation schafft eine neue persönliche und gesellschaftliche Wirklichkeit!

Naturgesetze
Naturgesetze beschreiben, wie die Natur arbeitet und funktioniert, sie beschreiben, was “natürlich” ist. Wer hat sie geschaffen? Die mächtigste Kraft, die hinter allem steht, was existiert – es sind also Gottes Gesetze, deshalb sind sie von Anbeginn aller Existenz bis in alle Ewigkeit gültig. Sie sind deshalb keine vorschreibenden Gesetze, wie z.B. die 10 Gebote oder die Verkehrsregeln, sondern sie sind vollziehende Gesetze.

“Das, was wir erfahren wollen in der Meditation, sind die inneren Gesetze der Natur, nach denen sich die ganze Schöpfung bewegt.”
Maharishi Mahesh Yogi

Vielleicht das wichtigste Naturgesetz ist: “Actio = Reactio” oder “Wirkung erzeugt stets eine Gegenwirkung” oder “wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es zurück”. So verstanden haben die Bibelworte “Auge um Auge, Zahn um Zahn” recht. Dieses Naturgesetz gilt nicht nur innerhalb der 4% unseres Universums (siehe Thema Feinstofflichkeit), sondern generell. Im transzendenten Bereich der 96% gelten aber nicht die Begrenzungen von Raum und Zeit. Deshalb gilt Actio = Reactio in Bezug auf unseren über den Tod hinaus weiter existierenden Wesenskern (die Seele) auch ohne die Begrenzungen von Raum und Zeit, d.h. die Reaktion auf eine Handlung (Karma = Handlung, ein neutraler Begriff) heute kann erst in folgenden Inkarnationen eintreten. Und die Ereignisse, die uns heute begegnen, können die Folgen früherer Handlungen sein. Das Naturgesetz besagt letzten Endes, dass jeder Gedanke, jede Handlung zu ihrem Schöpfer zurückkehren. Nur so sind Ordnung (in Bezug auf die Naturgesetze) und Gerechtigkeit (in Bezug auf den Menschen) überhaupt möglich, jede andere Möglichkeit würde ins Chaos führen!
Die Anzahl der Naturgesetze ist nicht zu ermessen. Man stelle sich nur vor, welche Intelligenz (= Anzahl von Naturgesetzen) in einem intakten Ökosystem, wie einem Urwald, wirkt! Oder welche Intelligenz unsere Körperfunktionen und die Entwicklung unseres Systems aus Körper, Geist und Seele steuert. An diesem Beispiel lässt sich auch das Gesetz von Actio = Reactio darlegen: führe ich meinem Körper ständig Gifte, wie Alkohol, Nikotin oder negative Gedanken, zu, so wird das schwächste betroffene Organ, z.B. die Leber oder Lunge, zuerst warnend mit Krankheit reagieren (Krankheit als Korrektur-Aufforderung) und letztendlich die offensichtlich gewollte Vergiftung akzeptieren und aufgeben. – Unser Nervensystem funktioniert nach noch subtileren Naturgesetzen, die das geordnete natürliche Zusammenspiel mit Geist und Körper mittels elektromagnetischer Wellen steuern. Überlagern wir diesen natürlichen Wellen unnatürliche (z.B. Elektrosmog von Handys), so kann die Ordnung im Nervensystem nicht aufrecht erhalten werden: unser System aus Körper, Geist und Seele reagiert mit Unordnung (= Krankheit).

Hier einige weitere Naturgesetze:
Ø Die Vielheit der Naturgesetze entspringt einer Einheit, dem Einheitlichen Feld aller Naturgesetze. Die in den 4% des Universums angewendeten Naturgesetze lassen sich auf immer weniger grundlegende Naturgesetze zurückführen, die über den Bereich der Quantenphysik im Bereich des Einheitlichen Feldes gründen. Dieses Feld liegt auch den 96% des Universums zugrunde. Es ist ein Bereich jenseits von Raum und Zeit, ist also transzendent. Eine transzendierende Meditation führt unser Bewusstsein von der Oberfläche in diesen transzendenten Bereich der Natur. Beide sind identisch.
Aus dieser Betrachtung lassen sich weitere Naturgesetze erkennen:
Ø Jeder Vielheit liegt Einheit zugrunde, beide gehören zusammen. Wenn man sich in den Naturwissenschaften oder im Bewusstsein in der Vielheit verliert, kann man nichts erkennen oder schaffen, was der natürlichen Ganzheit gerecht wird, kann man nicht “ganz sein”. Die heutige Missachtung dieses Naturgesetzes ist an den Problemen (Actio = Reactio) in unserer Gesellschaft, individuell, national und global zu erkennen.
Ø Das Einheitliche Feld ist reine Intelligenz, bezogen auf die Naturgesetze und das Bewusstsein, ist der Bereich aller Möglichkeiten, aus dem sich alles im Universum Existierende (individuelles Bewusstsein, Naturgesetze, Feinstofflichkeit [alles zusammen 96%] und Grobstofflich-Energetisches [4%]) kreativ entfaltet .

Über das Einheitliche Feld ist alles mit allem verbunden: Bewusstsein, Materie und alle Erscheinungen und Phänomene in der Natur und im Universum, alles beeinflusst sich gegenseitig! Wer dieses Naturgesetz in seiner vollen Bedeutung erfassen kann, kann ermessen, welchen Einfluss der Zustand unseres Bewusstseins auf alles andere hat!

“Alle Manifestationen der Wesenheiten sind verwandt.”
Goethe

Ø Wird das Energie- oder Aktivitätsniveau in einem System (physikalisch oder im Bewusstsein) reduziert, nimmt die Ordnung (Kohärenz, Harmonie) im System zu und Unreinheiten werden ausgeschieden. (Meißnereffekt)..1. Beispiel: ein Supraleiter hat bei Temperaturen in der Nähe des absoluten Nullpunkts (ca. -273° C) einen elektrischen Widerstand von Null, weil die innere Ordnung so groß ist, dass die Elektroden ohne Reibung fließen können. Gleichzeitig können störende Magnetfelder nicht mehr eindringen.- 2. Beispiel: in einer Salzlake, die man in das Gefrierfach eines Kühlschranks stellt, entsteht ein Eiswürfel (höhere Ordnung als die Salzlake), der weniger Salz enthält, als die umgebende Lake (Unreinheiten werden ausgeschieden). - 3. Beispiel: durch eine transzendierende Meditation nimmt die innere Ordnung im System Körper / Geist / Seele zu und psychosomatische Krankheiten (Unordnung im System) nehmen ab. Unordnung schaffende Einflüsse aus der feinstofflichen Ebene können weniger eindringen.

Spiritualität
Der Begriff beinhaltet Bewusstseinsvorgänge und gleichzeitig überkonfessionelle religiöse Erfahrungen. Es geht um das Eintauchen in den Bereich hinter dem Intellekt und hinter der Materie und Energie, um Erfahrung der Transzendenz. Regelmäßige Transzendenzerfahrung führt zu gesundheitlichen Wirkungen und vor allem zu einer Verbindung mit “Allem, was ist”, führt zur Erfahrung eines Eingebettetseins in das große Ganze – man kann dies auch Gründung, Urvertrauen oder Gottvertrauen nennen. Und dieses subjektive Ergebnis ist vielleicht das Größte, was Meditation leisten kann, denn es ist die Basis dafür, glücklich zu sein und größere Kraft zu schöpfen! - Diese Entwicklung hat recht wenig zu tun mit intellektueller Erkenntnis. Das existenzielle Sein ist betroffen, es erkennt sich selbst – so wie es in vielen großen Weisheitstraditionen als Voraussetzung für einen Denkenden gefordert wird: “Erkenne dich selbst!”

Die hier angedeuteten Entwicklungen sind für einen normalen Sterblichen ein Weg, das Ziel ist meistens weit entfernt und heißt “Erleuchtung”, von der es vermutlich auch verschiedene Grade gibt. Das Wesentliche im Leben ist aber, sich auf den Weg zu machen. Intellektuelles Befassen mit “guten Gedanken” oder das Aufsaugen von ewigen Weisheiten z.B. in der Kirche oder in Seminaren aller Art reicht nicht, denn sonst müsste die Welt heute besser sein. Intellektuell etwas zu wissen, verändert die Menschen und die Welt weitaus weniger (viel zu wenig!), als Spiritualität zu erfahren.

“Wie ist das zerstreute Leben doch ein leeres Leben; man erfährt nur gerade das, was man nicht wissen mag.”
Goethe

Stress
Ursprünglich wurde dieser Begriff um 1930 von Prof. Dr. Hans Selye geprägt. Ihm fiel während seines Medizinstudiums auf, dass Menschen mit verschiedenen Krankheiten eins gemeinsam hatten: sie sahen krank aus. So definierte er später nach entsprechenden Forschungen das “Syndrom des Krankseins” als Stress. Den meisten Menschen sieht man Stress ja auch an: sie sehen müde, abgeschlafft, erschöpft aus und verhalten sich nervös.
Stress ist aber keine rein psychische Belastung. Stress manifestiert sich körperlich zuerst durch eine Veränderung des Nervensystems auf zellularer Basis. Da alles mit allem zusammenhängt, ergeben sich aus dieser Veränderung auch Organveränderungen und Funktionsstörungen mit psychosomatischer Ursache - wer kennt diesen Begriff heute nicht!
Stress kann man natürlich mit Medikamenten aller Art überspielen, aber nur durch ein Mittel heilen: durch tiefe Ruhe, die regelmäßig erfahren werden muss, damit sich das Nervensystem regenerieren kann. Ob sich auch Organveränderungen zurückbilden, ist von der Schwere der Erkrankung abhängig.

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass eine transzendierende Meditation diese tiefe Ruhe (tiefer als der Tiefschlaf) bringt. Viele Meditierende haben auch so ihren Stress und daraus entstandene psychosomatische Krankheiten überwunden.

“Nur durch geregelte Übung kann man vorwärts kommen.”
Goethe

Transzendieren / Transzendenz
Nach meinem Lexikon enthält dieser Begriff “die Grenzen der Sinneserfahrung, des normalen Bewusstseins, des Diesseits überschreitend”.
Eine transzendierende Meditation führt in tiefste Bewusstseinsbereiche. Sie unterscheidet sich von einer Wort-, Bild- oder Musikmeditation dadurch, dass sie unser Bewusstsein nicht an der Denk-Oberfläche festhält, dass sie die Wahrnehmungen durch die Sinnesorgane in den Hintergrund treten lässt, das Denken des ständig unruhigen Geistes beruhigt und letztendlich dazu führt, dass unser Bewusstsein mit sich selbst allein ist. Man “rutscht” spontan in diesen Zustand “Reinen Bewusstseins”, zu Anfang vielleicht nur für Bruchteile von Sekunden. Diese Erfahrung ist ungeheuer wichtig, denn man erkennt, dass man nicht nur “Oberfläche” von Körper und denkendem Geist ist, sondern auch tiefe, seelische Bereiche hat, die immerwährend vorhanden sind.
Wohin wir unser Bewusstsein lenken (oder mit einer mentalen Technik spontan wandern lassen), das wird belebt. Transzendieren belebt unsere seelischen Bereiche - ja, erweckt sie bei manchen stessgeplagten Menschen vielleicht erst einmal, oder lässt sie unter einer dicken Schicht von Stress wieder zum Vorschein kommen. - Dies ist ein Erklärungsansatz für die abstrakten Vorgänge in unserem Bewusstsein.

Hier ein zweiter Erklärungsansatz: Die Hirnforschung kennt viele elektromagnetische Schwingungsmuster in unserem Nervensystem, sie werden mitttels des EEG (Elektro-Enzephalogramm) gemessen. Hohe Frequenzen von 20 bis 40 Hz (d.h. 20 bis 40 Schwingungen pro Sekunde) gehören zum Wachbewusstsein. Ganz tiefe Frequenzen (unter 8 Hz) werden im Tiefschlaf gemessen. Dazwischen gibt es einen Bereich von 8 bis 14 Hz, als Alpha-Bereich bezeichnet, der beim Transzendieren belebt wird. Mit dem Eintritt in diesen Zustand ist ein besonderes Phänomen verbunden: verschiedene Bereiche unseres Gehirns fangen an, gleich in Amplitude und Phase zu schwingen, d.h. die im EEG gemessenen Schwingungen sind gleich in Form, Größe und Schwingungszahl, sie sind kohärent, wie die Wissenschaftler sagen.
Die Hirnforscher wissen inzwischen, dass Funktionen unseres Denkens und Handelns bestimmten Hirnbereichen zuzuordnen sind. Hier nur ein Beispiel aus diesen Erkenntnissen: unser strukturelles, logisches, analytisches Denken, wie es in der Schule hauptsächlich gelehrt wird, ist der linken Gehirnhälfte zuzuordnen. Rechts findet die mehr intuitive, die Übersicht behaltende, ganzheitliche, gefühlsbetonte Hirntätigkeit statt. - Wenn nun beim Transzendieren beide Hirnhälften kohärent schwingen, dann hat das eine sehr große Bedeutung für unsere Persönlichkeit: Verstand und Gefühl kommen zusammen, die im Beruf hauptsächlich geforderte Fähigkeit der linken Hemisphäre wird ergänzt durch Intuition und Gefühl. Kreativität entsteht. Auch umgekehrt kann das wichtig sein: in einem Gefühlschaos bekommen logische, klare Gedanken durch Transzendieren eine Chance.

Und wenn sich dieses Zusammenspiel beider Hirnhälften durch regelmäßige Meditation (aber nur, wenn sie zum Transzendieren führt!) festigt, findet das statt, was man als Persönlichkeitsentwicklung oder Selbstverwirklichung bezeichnet. Nur so ist zu erklären, was in Schulen und Unternehmen immer wieder festgestellt wird: die Menschen werden vollkommener in ihren intellektuellen Leistungen, ihrer Kreativität und ihrem Verhalten gegenüber den Mitmenschen.

“Werde der du bist!”
Interkulturelle Weisheit

Der Begriff des Transzendierens ist ein so wichtiger Schlüsselbegriff, dass hier ein dritter Erklärungsansatz gebracht werden soll. Aus der Betrachtung der Hierarchie der Naturgesetze wissen wir, dass es das “Einheitliche Feld aller Naturgesetze” gibt, aus dem alle Naturgesetze im Kosmos hervorgehen. Dieser Bereich muss also als intelligent, sogar als Quelle aller Intelligenz bezeichnet werden. Die Physiker definieren dieses Intelligenzfeld als Grundlage aller Existenz, als ein Feld, das nur mit sich selbst in Wechselwirkung ist, als Quelle unendlicher Kreativität. Sie bezeichnen es als “transzendent”, weil es mit unseren Sinnesorganen und Messinstrumenten nicht zu erreichen und zu beschreiben ist. - Das sind Begriffe, die stark an die Beschreibung von Bewusstsein erinnern. Der Veda hat dies schon lange erkannt und unsere Wissenschaft steht vor dem Erkenntnissprung, dass das Einheitliche Feld identisch mit Bewusstsein ist und dass wir mit unserem Bewusstsein in dieses Feld eintauchen, wenn wir transzendieren.
Auch dies ist eine Erklärung für die positiven Wirkungen einer transzendierenden Meditation: beim Transzendieren kommen wir mit den Naturgesetzen, die das Verhalten einer Galaxie genauso bestimmen, wie die ungestörte Funktion unserer Organe und unseres Nervensystems, in Kontakt und erfahren ihre Wirkung. Beim Herauskommen aus der Meditation brigen wir diese Erfahrung mit und handeln spontan mehr im Einklang mit den Naturgesetzen - nicht gegen sie, was für uns Krankheit und Probleme mit sich bringt - Probleme entstehen aus der “Verletzung von Naturgesetzen”..

Auch die moderne Erforschung der Feinstofflichkeit liefert Erkenntnisse, wie Transzendieren zu erklären ist. - Viele Weise aller Kulturen haben durch die Jahrtausende hindurch immer wieder von ihren Transzendenzerfahrungen berichtet.

Veda
Der Veda (=Wissen) ist das älteste Wissen der Menschheit über Bewusstsein und Naturgesetze, über Jahrtausende durch Rezitation (später aufgeschrieben) von Generation zu Generation im Himalaja weitergegeben. Die Sprache des Veda ist Sanskrit.
Bewusstsein (Intelligenz) ist danach der Urgrund aller Existenz, liegt damit Allem zugrunde, ist die Ursache von Allem. Der Veda kennt neben den allgemein bekannten Bewusstseinszuständen Wachen, Schlafen und Träumen auch höhere Bewusstseinszustände, die meditativ durch Eintauchen in das “Reine Bewusstsein” (dem einfachsten Bewusstseinszustand) in tiefer Ruhe erfahren werden können.
Über Naturgesetze (Intelligenz) sagt der Veda aus, dass sie sich hierarchisch aus einem Urgrund entfalten, dass also alles mit allem in der Natur zusammenhängt - eine Erkenntnis, die von der modernen Wissenschaft, insbesondere der Quantenphysik, bestätigt wird. Naturgesetze sind zweifelsfrei eine Form von Intelligenz, die im ganzen Kosmos vorhanden ist.

Der über das Bewusstsein erfahrene und der über die Naturwissenschaft erkannte Urgrund aller Existenz sind identisch. Mit dieser Zusammenführung von Geist und Natur werden alle sog. “übernatürlichen” Phänomene und Fähigkeiten erklärbar: Hellsehen, Fernheilung, Gedankenübertragung usw.
Der Veda drückt sich auch aus in Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers - die verschiedenen Teile des Veda entsprechen bis ins Detail unserem Körper. Entsprechende Veden-Rezitationen können zu Heilzwecken eingesetzt werden.

“Die Weisheit ist ein Quell: je mehr man aus ihr trinkt, je mehr und mächtiger sie wieder treibt und springt.”
Angelus Silesius

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